Metadaten und Metadatenstandards

Beschreiben hilft verstehen

Erstellt von forschungsdaten.info/CC0

Die Publikation von Forschungsdaten ist nur dann sinnvoll, wenn diese in einer interpretierbaren Form vorliegen. Gut durchdachte und dokumentierte Metadaten spielen deshalb eine zentrale Rolle für das Finden, Durchsuchen und Nutzen von Forschungsdaten. Gerade um erhobene Forschungsdaten für einen längeren Zeitraum und verschiedene Personen nutzbar zu halten, müssen diese mit standardisierten Metadaten beschrieben sein. Diese Standards sollten innerhalb einer wissenschaftlichen Community oder von Anbietern von Forschungsdaten breit verwendet werden, um die Interpretierbarkeit und automatische Verwertbarkeit zu sichern.

Welche Metadaten sind zu unterscheiden?

Für Metadaten gilt stets, dass sie strukturierte Informationen über andere Daten und deren Merkmale enthalten. Bis zu einem gewissen Grad handelt es sich um unabhängige Daten, obwohl diese oft mit den zu beschreibenden Daten, gemeinsam abgespeichert werden.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, zwei Arten von Metadaten klar voneinander zu unterscheiden: bibliographische bzw. administrative  Daten sowie inhaltsbeschreibende bzw. fachliche Daten. Erstere geben Informationen zur Verwaltung der Daten, wohingegen letztere einzelne Aspekte oder Datensätze genauer beschreiben oder zusätzliche Informationen zu diesen bieten. Inhaltsbeschreibende Metadaten sind, je nach Disziplin, sehr verschieden aufgebaut. Mit den bibliographischen Metadaten werden hingegen Informationen zur Entstehung der Gesamtheit der Daten gegeben, die eine allgemeinere Natur haben und weitaus weniger community-spezifisch sind.

Metadaten müssen von Maschinen beziehungsweise Computern verstanden werden, damit sie ihre volle Wirkung, zum Beispiel im Semantic Web, entfalten können. Inzwischen werden Metadaten häufig als XML oder im Format einer anderen Auszeichnungssprache abgespeichert.

Metadatenstandards – Für jeden Zweck den richtigen wählen

Da es verschiedene Arten von Metadaten gibt, existieren auch verschiedene Metadatenstandards. Metadaten können je nach Interesse zu ganz verschiedenen Inhalten vergeben werden. Der Name des Urhebers von Forschungsdaten kann ebenso zu den Metadaten zählen wie beispielsweise eine genaue grammatikalische Bestimmung eines einzelnen Wortes in einem Text. Jede wissenschaftliche Community entwickelt ihre eigenen benötigten Standards, die den Bedürfnissen bestimmter Fächer beziehungsweise Fachgruppen angepasst sind.

Beispielstandards aus verschiedenen Fachbereichen

Die P5 Guidelines der Text Encoding Initiative (TEI) für die Annotation und Kommentierung von Texten jeglicher Art.

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DDI ist ein offener Metadaten-Standard, der durch eine gleichnamige Initiative weiterentwickelt wird. Er dient zur Beschreibung von sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Daten.

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The Conventions for Climate and Forecast Metadata werden für eine umfangreiche und einheitliche Beschreibung von Wetterdaten verwendet.

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NeXus ist ein von Wissenschaftlern entwickelter internationaler Standard, um den Austausch von Daten über Neutronen, Myonen und Röntgenstrahlen für die Analyse und Visualisierung zu vereinfachen.

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Mit den Genome Metadata existiert ein Standard zur Beschreibung einzelner Genome.

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