GFBio - FAIRe Forschungsdaten für Biodiversität, Ökologie und Umweltforschung

In der funktionalen Biodiversitäts- und biologischen Umweltforschung werden eine Fülle von Daten unterschiedlichster Art erzeugt. Reichman et al. schätzten  2011, dass  99 % der in Forschungsprojekten anfallenden Daten für die Wissenschaft nicht nachnutzbar sind.

GFBio, die „German Federation for Biological Data“, erhöht die Datennachnutzbarkeit und implementiert hierzu eine umfassende kohärente Infra- und Servicestruktur für das wissenschaftliche Management umweltrelevanter biologischer Daten.  Durch die Gründung des GFBio e.V. im Jahr 2016 wurde die Verstetigung der Services sichergestellt.

Ziel ist dem Verlust von Daten entgegenzuwirken, Forschenden die einfache Archivierung und Publikation von Daten zu ermöglichen, sowie das Auffinden und die Integration von ökologisch relevanten Daten zu vereinfachen. GFBio ist ein Zusammenschluss von etablierten und bekannten Akteuren, die Services für alle Schritte des Datenlebenszyklus in einem Portal gebündelt haben. Bereits während der Antragstellung für ein Forschungsprojekt können sich Forschende beispielsweise an GFBio wenden und individuelle Unterstützung bei der Erstellung eines Datenmanagementplans erhalten. Ebenso können Daten unterschiedlichen Typs zentral über die Online Submission Plattform abgegeben werden und werden nach interner  manueller Kuration in einem der neun GFBio-Partnerrepositorien aufgenommen.


Spezielle Repositorien und Tools in GFBio

Daten werden in GFBio über die am Projekt beteiligten und in den Communities etablierten Repositorien/Datenzentren hochgeladen und  archiviert. Ein Data Center Recommendation Tool (DCRT) unterstützt bei der Auswahl eines für die Daten passenden Datenzentrums.

Ein besonderer Service ist der GFBio Terminology Service, TS. Hier können über einen einzigen Zugangspunkt verschiedene Arten von Terminologien und Ontologien im biologischen Bereich in einer einheitlichen und transparenten Weise genutzt werden.  Der TS bietet eine Grundlage zur Suche, Erforschung, Freigabe und Wiederverwendung von Terminologien für die semantische Erweiterung von Forschungsplattformen. Zusätzliche Terminologien/Ontologien oder auch bestehende Services können auf Nachfrage in den TS integriert werden.

Ein weitere interessantes Werkzeug für die tägliche wissenschaftliche Arbeit ist GFBio VAT (Visualization, Analysis & Transformation System), welches die Synthese heterogener räumlich-zeitlicher Datensätze ermöglicht und Mehrwertdienste über eine GIS-artige Web-Browser-Schnittstelle für Biodiversitätsforscher/innen bietet.

FDM-Training

Neben Trainingsmaterialien und Lehrmodulen (Education Modules) zum Selbststudium von Forschungsdatenmanagement werden  Weiterbildungsmöglichkeiten (Training Acitivities) für Nachwuchswissenschaftler/innen sowie für Foscher/innen und Datenmanager/innen als separate Workshops oder im Rahmen von Tagungen angeboten.

Im Rahmen von Roadshows kommt GFBio auch zu Ihnen und Ihrer Arbeitsgruppe oder Abteilung, Ihrem Institut, oder Ihrer Fakultät und stellt das FDM-Portfolio vor – gerne auch spezifisch auf lokale Bedürfnisse angepasst.

Übersicht der adressierten Disziplinen

Die gemeinsame Infrastruktur berücksichtigt die Datenmanagement-Bedürfnisse einer Vielzahl von Interessensgruppen in der terrestrischen sowie marinen Biodiversitätsforschung:

  • naturwissenschaftliche Sammlungen
  • große Wissenschaftsnetzwerke
  • hoch interdisziplinäre, heterogene Daten
  • großskalige und komplexe Datenprodukte
  • Genomdaten
  • Umweltdaten
  • Ökologiedaten 
  • sammlungsbezogene Daten

Reichman, O.J., Jones, M.B., Schildhauer, M.P., 2011. Challenges and Opportunities of Open Data in Ecology. Science 331, 703–705. DOI:10.1126/science.1197962