Bedeut­ung der freien Lizenzen

Lizenzverpflichtungen im Überblick

Originalbild von Gerd Altmann/CC0

Forschungsdaten unterliegen meist keinem eigenständigen Rechtsschutz. Eine Lizenz begründet einen Vertrag für die Nutzung, in welchem die Nutzungsbedingungen verbindlich geklärt werden. Grundsätzlich können in Lizenzverträgen viele verschiedene Vereinbarungen getroffen werden. Es ist beispielsweise möglich, dass einige Verwendungsszenarien das Einholen einer Erlaubnis erforderlich machen.


Freie Lizenzen

Freie Lizenzen stellen ein Objekt für jeden zur Nutzung zur Verfügung, wobei der Verwendungszweck eingeschränkt oder an bestimmte Bedingungen geknüpft sein kann.  Um freie Lizenzen und häufige Bedingungen einfach handhabbar zu machen, gibt es standardisierte Lizenzen. Die häufigst verwendeten Lizenzen sind:

  • Creative Commons (CC)
  • GNU General Public License (GPL) / spezialisiert für Software
  • Open Data Commons (ODC) / spezialisiert für Datensammlungen

Übersicht über CC-Lizenzen

CC-Lizenzen sind Nutzungsverträge, die die häufigsten Nutzungsszenarien abdecken sollen und übersichtlich in vielen Sprachen vorliegen. Die eigentlichen Lizenz-Verträge (engl. deeds) sind in der Regel mehrere Seiten lang. Die wichtigsten Grundinformationen werden jedoch über Module und dazugehörige Symbole kommuniziert.

Ab Version 4.0 sind CC-Lizenzen auch für Forschungsdaten geeignet. Bei früheren Versionen ist die Schutzwirkung fraglich, da ein freizugebendes Schutzrecht (in Deutschland also Schöpfungshöhe) Voraussetzung war.

Module in CC-Lizenzen

Namens­nennung (BY)

Soll das lizenzierte Werk öffentlich angezeigt, verwendet oder verteilt werden, muss der/die Autor/in nach bestimmten Regeln genannt werden.

Weitergabe unter gleichen Bedingungen (SA)

Jede direkt auf dem lizenierten Werk aufbauende Arbeit, darf nur unter der gleichen (oder einer kompatiblen) Lizenz veröffentlicht werden. So soll verhindert werden, dass das Werk (mit oder ohne Änderungen) unter eine andere Lizenz gestellt wird.

Nicht-kommerziell (NC)

Diese Lizenz soll eine kommerzielle Nutzung verhindern. Diese Lizenzen werden häufig als Teil eines dualen Lizenzsystems angeboten, wenn die alternative Lizenz für kommerzielle Zwecke eine Zahlung an den Lizenzgeber erfordert.

Keine Bearbeitung (ND)

Es dürfen keine veränderten, ergänzten oder direkt auf dem lizenzierten Werk aufbauenden Versionen veröffentlicht werden.

Das RADAR-Projekt hat die bestehenden CC-Lizenzen in der untenstehenden Tabelle zusammengestellt und unter einer CC-BY 4.0 -Lizenz veröffentlicht:

RADAR, URL: https://www.radar-projekt.org/display/RD/Creative+Commons-Lizenzen, CC-by-4.0

Checkliste für die eigene Lizenzvergabe

Ist der Eigentümer der Forschungsdaten klar und hat das Recht die Daten zugänglich zu machen?

Sichert die gewählte Lizenz eine möglichst weitreichende Nachnutzung?

Können Nutzende den Eigentümer und die Art der gewünschten Referenzierung gut erkennen?

Wurde der (potentielle) kommerzielle Wert der Daten bedacht (insbesondere bei Patenten und CC0)?

Hat jeder Teil eines Werks die beste Lizenz (Bilder, Software, Daten)? Bspw. müssen Einschränkungen eines Teils der Daten nicht unnötig auf andere Teile ausgeweitet werden.