Wie beginnt Forschungsdaten-management (FDM)?

Bild von Gerd Altmann/CC0

Das Management von Forschungsdaten beinhaltet die Erarbeitung einer bedarfsorientierten Planung, um Daten effektiv zu nutzen, nachzunutzen, zu veröffentlichen und zu archivieren. Dabei kann man sich am  Datenlebenszyklus orientieren und mittels eines Datenmanagementplan den jeweiligen Eigenheiten eines Projekts gerecht werden. 

Gegebenenfalls gehören dazu auch rechtliche Aspekte. Gerade die vielseitigen technischen Möglichkeiten erfordern eine erhöhte Beachtung der Themen Datenschutz, Urheberrecht und Ethik. Aufgrund der heutzutage hohen Komplexität der Datenverarbeitung können sich Fehler einschleichen, welche wissenschaftliche Erkenntnisse angreifbar machen, zu Datenverlust oder zur Verletzung von Persönlichkeitsrechten führen.

Begriffsbeschreibung Forschungsdatenmanagement

  • Forschungsdatenmanagement (FDM) umfasst die Prozesse der Transformation, Selektion und Speicherung von Forschungsdaten mit dem gemeinsamen Ziel, diese langfristig und personenunabhängig zugänglich, nachnutzbar und nachprüfbar zu halten. Dazu können an allen Punkten des Datenlebenszyklus strukturierte Maßnahmen ergriffen werden, die geeignet sind die wissenschaftliche Aussagekraft von Forschungsdaten zu erhalten, deren Zugänglichkeit durch Dritte für Auswertung und Analyse zu bewahren und die Nachweiskette zu sichern.

Vorteile von Forschungsdatenmanagement

  • Bestimmte Förderquellen (bspw. ERC Horizon2020) stehen nur Projekten zur Verfügung, die einen Datenmanagementplan vorweisen können.
  • Mögliche weitere Förderungsbedingungen zum Umgang mit Forschungsdaten werden durch ein professionelles FDM bereits abgedeckt.
  • Doppelte Arbeiten (z. B. erneute aufwendige Einarbeitung in die Daten) werden durch eine geeignete Dokumentation und Aufbereitung der Daten vermieden.
  • Falls die Daten während des Reviewprozesses angefragt werden, sind diese durch das Management der Daten bereits dafür vorbereitet.
  • Professionell standardisierte FDM-Prozesse verringern den zukünftigen Aufwand bei einer eigenen oder fremden Nachnutzung der Daten.
  • Das Risiko eines Datenverlusts wird durch FDM-Maßnahmen wie Datendokumentation, Datensicherung und eine geeignete Langzeitarchivierung (LZA) minimiert. Daten können so noch nach Jahrzehnten genutzt werden.