Der Daten­manage­ment­plan

Eine Wegbeschreibung für Daten

Bild: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC/Caltech) 

Ein Datenmanagementplan (DMP) strukturiert den Umgang mit Forschungsdaten eines wissenschaftlichen Projekts. Er beschreibt, wie während der Laufzeit und nach Projektende, mit verwendeten Daten verfahren wird. Viele Drittmittelgeber (DFG, EU Horizon 2020) erwarten für die Vergabe von Mitteln aus bestimmten Förderlinien einen DMP als Teil eines Förderantrags.

Elemente eines DMP

Grundsätzlich kann jeder einen eigenen, individuell formulierten Datenmanagementplan aufstellen. Dieser kann die folgenden grundlegenden Informationen enthalten (angelehnt an WissGrid und Empfehlungen für die Erstellung eines DMP der Uni Bielefeld):

Elemente eines DMP

Schritte im Datenmangementplan

Ziele, Träger, Partner, Projektverantwortlicher und Laufzeit

Beschreibung von Herkunft und Qualität bereits existierender Daten sowie deren Integration ins Projekt

Schätzung der Datenart- und menge; Information zur Art der Datenerzeugung; Angaben zu voraussichtlichen Datenformaten, zur Art der Datengenerierung, zur Datendokumentation und zur Reproduzierbarkeit

Informationen zur Datenverwaltung inkl. Datenspeicherung, Dateibenennung und -versionierung sowie Synchronisation und kollaboratives Arbeiten

Informationen zu Kriterien und Zeitpunkt der Datenauswahl sowie Informationen zum Zeitpunkt und Weg der Datenübergabe, Angaben zu Metadaten, Datenvalidierung und zur Archivierung.

Berücksichtigung der Vorgaben von Förderinstitutionen und Archivierungsinstitutionen, Informationen zu Eigentums- und Urheberrechten, Informationen zu beabsichtigten Zugriffs- und Nutzungsregelungen, Informationen zur Sicherstellung des Datenschutzes falls notwendig, Angaben zur Datensicherung und zur Back-Up-Strategie

Welche Daten werden getauscht? Wie wird der Datenaustausch umgesetzt? Informationen zur angestrebten Interoperabilität mit in der eigenen Wissenschafts-Community etablierten fremden Datendiensten

Informationen zu Verantwortlichkeiten für das Datenmanagement

Angaben zu voraussichtlichen Kosten für die Einhaltung des DMP inkl. Personal, Erstellung von Metadaten, Digital Curation Services und Archivierung

Der Nutzen eines Datenmanagementplans

Die wissenschaftliche Praxis zeigt, dass sich der zeitliche Aufwand durch die bessere Strukturierung, Dokumentation und Organisation von Forschungsdaten um so eher lohnt, je niedriger die Wiederverwendungsbarriere ist. Für die Einhaltung eines DMP notwendige zusätzliche personelle, technische oder infrastrukturelle Ressourcen können in der Regel  in Drittmittelanträgen geltend gemacht werden. 

VorteileNachteile
Eröffnet Zugang zu bestimmten FörderlinienDie Überwachung der Einhaltung des DMP erfordert personelle Ressourcen
Erleichtert die Dokumentation bei BerichtspflichtenDie Erstellung und Einhaltung des DMP erfordert Zeit und ggfs. weitere Ressourcen (z.B. Infrastruktur)
Vereinfacht die eigene Nachnutzung von Daten, durch Vorgabe klarer Strukturen                                                                                                         bestehende Dateiformate müssen evtl. konvertiert werden
Vergrößert die Zitationszahlen durch geregelte Nachnutzungsmöglichkeiten für Dritte
Datenpublikation gilt als eigenständige Publikation
Verringert die Gefahr von Datenverlust

Erhöht die Chance, dass Datenträger und Dateiformate nach 10 Jahren noch lesbar sind

Kostenfreie DMP-Tools im Web

Es stehen kostenfreie Tools sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache zur Verfügung mit denen sich ein Datenmanagementplan aus bereits vorhandenen Modulen und Textbausteinen „zusammensetzen“ lassen. Des Weiteren finden sich auf den Seiten der Humboldt-Universität Berlin Muster-DMPs für Projektanträge bei DFG, BMBF und Horizon 2020, welche für eine erste Orientierung für das Ausfüllen eines Datenmanagementplans genutzt werden können.

NameBetreiberSpracheTemplates

DMPonline

Digital Curation CenterEnglisch
  • EU Horizon 2020
  • wichtigste UK-Förderorganisationen
DMPToolUniversity of California Digital Curation CentreEnglisch
  • wichtigste US-Förderorganisationen
  • DCC Template
RDMOLeibniz Institut für Astrophysik PotsdamDeutsch

- wichtigste deutsche Förderorganisationen

- Version 1.0 online

 

Merkregel

Bild von skeeze/ CC0