Auswahl. Fachspezifische Strategien und Kriterien für die Archivierung von Forschungsdaten aus ethnografischen Forschungen

Wann
Freitag, 09. November 2018
00.00 – 23.59 Uhr

Wo
Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum Berlin, Auditorium

Veranstalter
FID „Sozial- und Kulturanthropologie“

Workshop des Fachinformationsdienstes (FID) „Sozial- und Kulturanthropologie“

Allgemeine Forderungen nach der Zugänglichmachung von Forschungsdaten haben vielfach den Eindruck erweckt, alle Daten aus einer Forschung sollten dauerhaft archiviert werden. Inzwischen wird jedoch deutlich, dass schon die Aufbereitung von Daten zur Langzeitarchivierung und Nachnutzung ebenso ressourcenintensiv ist, wie der dauerhafte Erhalt von Interpretierbarkeit, Auffindbarkeit und Zugänglichkeit selbst. „Die Herausforderungen, die sich daraus ableiten, liegen auf der Hand: Wir können nicht alle Forschungsdaten aufbewahren“, heißt es in einem Handbuch des Kompetenznetzwerks Langzeitarchivierung nestor. „Was aber sind dann die Auswahlkriterien und wer legt sie fest? Wer kann heute abschätzen, was auch für zukünftige (Forscher)Generationen von Interesse ist?“ Forschungsförderinstitutionen wie die DFG erwarten, dass fachspezifische Daten-Policies künftig auch Auskunft darüber geben, welche Daten langfristig erhalten bleiben sollen und für welche Daten auf eine Archivierung verzichtet werden kann.

Die notwendigen Prozesse und Praktiken der Bewertung und Unterscheidung bedürfen in den Ethnologien besonderer Sorgfalt: Zum einen sind Daten aus ethnografischen Forschungen nicht replizierbar, vielmehr entsteht einzigartiges Material, das – gerade mit Blick auf langfristigen Erhalt – von hohem Wert sein kann, und zum anderen ist dieses Material oft ebenso komplex wie heterogen, verweist aufeinander, kommentiert, erweitert und ergänzt sich gegenseitig. Zu diskutieren wäre etwa auch, bei welchem Bearbeitungsstand ethnografische Forschungsdaten sinnvoll archiviert werden können und ob bestimmte Datenarten – wie etwa Feldtagebücher – überhaupt zur Nachnutzung geeignet sind. Welche Strategien von Auswahl und Bewertung können wir also entwickeln, wenn immer deutlicher wird, dass nicht alle Daten langfristig aufbewahrt werden können?

Wir wollen uns deshalb in einem Workshop mit möglichen Prinzipien und Strategien der Auswahl von zur Langzeitarchivierung geeigneten Daten aus ethnografischen Forschungen  beschäftigen. Besonders wichtig ist uns dabei der Austausch mit Expert/innen der Auswahl und Bewertung aus Archiven, Sammlungen, Museen und Bibliotheken, der wichtige Einsichten und Aufschlüsse zu dazu liefern soll.

Mit der Bitte um Anmeldung mit einer formlosen E-Mail an ub.fid-ska(at)hu-berlin.de.